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Treibhausgasneutrale Zuckerindustrie

Die Zuckerwirtschaft in Deutschland unterstützt das Ziel eines klimaneutralen Europas und strebt dies für die eigene Produktion an. Dafür brauchen wir die politische Offenheit für eine energetische Nutzung biogener Reststoffe aus der eigenen Produktion.

Die für 2020 allgemein vorgesehenen CO2-Einsparziele erreichte die Zuckerindustrie bereits vorzeitig und auch das von der EU geforderte 55-Prozent-Ziel ist machbar. Mit ihren Maßnahmen ist die Zuckerindustrie im Branchenvergleich führend bei der effizienten Energieerzeugung. Aber bis 2050 müssen auch die restlichen Treibhausgasemissionen auf null runter, auf dieses Ziel hat sich Europa verständigt. Die deutsche Zuckerwirtschaft bekennt sich dazu und ist entschlossen, das Emissionsziel zu erreichen. Klar ist aber auch – für diese letzte Reduktionsetappe ist es nicht ausreichend, die bisherigen Stellschrauben weiter zu optimieren. Die klimaneutrale Zuckergewinnung ist nur machbar, wenn die Zuckerwirtschaft zusätzlich ihre Energieerzeugung umstellt und auf CO2-neutrale Energieträger setzt. Das bedeutet Milliardeninvestitionen und -kosten.

Wie hoch die Kosten sind, lässt sich in einer Studie nachlesen, die der Verein der Zuckerindustrie in Auftrag gegeben hat.

Hier gelangen Sie zur Studie.

Schaffen kann das die Branche nur mit einer klare Zukunftsperspektive und finanzieller Unterstützung. Dafür braucht sie den Schulterschluss mit der Politik.

Was konkret getan werden muss

  • Politische Offenheit für eine energetische Nutzung biogener Reststoffe aus der eigenen Produktion – Mit den ausgelaugten Zuckerrübenschnitzeln der eigenen Produktion hätten wir ausreichend Substrat zur Verfügung, um unseren gesamten Energiebedarf zu decken. Diesen Weg haben wir in einer Roadmap zu einer klimaneutralen Zuckerproduktion bis 2045 dargestellt. Es sind Förderungen notwendig, damit heute Investitionen geleistet werden können, die sich durch den CO2-Preis gegenwärtig noch nicht mobilisieren ließen. Treibhausgasneutralität braucht außerdem den Ausbau von leistungsstarken Energienetzen – insbesondere im ländlichen Raum, wo Zucker hergestellt wird.
  • Umwelt-Dumping keine Chance geben – Die europäische Zuckerwirtschaft braucht einen wirksamen Carbon-Leakage-Schutz entlang der gesamten Produktionskette. Zucker aus Deutschland muss vor Importen geschützt werden, die unter „einfacheren“ Umweltauflagen produziert werden können. Umwelt-Dumping darf in Europa und Deutschland keine Chance haben.
  • Bezahlbare Energiekosten sicherstellen – Die Zuckerwirtschaft braucht einen verlässlichen ordnungspolitischen Rahmen, der auf lange Sicht bezahlbare und kalkulierbare Energiekosten sicherstellt.
  • Infrastruktur im ländlichen Raum ausbauen – Die Weiterentwicklung zur Treibhausgasneutralität erfordert leistungsstarke und stabile Energienetze – insbesondere mit Blick auf Szenario 3c, das auf Elektrifizierung durch grünen Strom setzt. Gerade im ländlichen Raum, also dort, wo Zucker hergestellt wird, sind diese oft noch nicht gegeben.
  • Zeitnah verfügbare Förderinstrumente bereitstellen – Die Zuckerwirtschaft braucht insbesondere Förderinstrumente für den Umstieg auf die treibhausgasneutrale Zeit. Fördermittel müssen helfen, die im Übergang entstehenden Wettbewerbsnachteile auszugleichen und die umfassenden Investitionen zu finanzieren. Diese Förderinstrumente werden jetzt gebraucht, da entsprechende Investitionsentscheidungen zeitnah getroffen werden müssen.