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Zuckerrübenanbau

Rund 24.000 Landwirte in Deutschland bauen Zuckerrüben an. Sie werden im März/April gesät und von Mitte September bis in den Dezember hinein geerntet und verarbeitet.

Zuckerrüben werden im Frühjahr gesät und von Mitte September bis in den Dezember hinein geerntet und verarbeitet. Gute Wetterbedingungen und moderne Forschung helfen ihnen dabei, sich optimal zu entwickeln.

Aussaat und Wachstum

Die Aussaat der Zuckerrüben beginnt jedes Jahr in den Monaten März bis April sobald der Ackerboden trocken und erwärmt ist auf mindestens 5 – 8 Grad. Die Zuckerrübe liebt nährstoffreiche, tiefgründige Böden wie sie in Deutschland in vielen Regionen vorkommen. Deshalb ist Deutschland europaweit einer der besten Standorte zum Rübenanbau. Die Rübensamen befinden sich in circa 5 mm großen Pillen und werden mit Hilfe eines Einzelkornsägerätes mit einem Abstand von 20 cm eingesät.

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Ist die Witterung günstig, beginnen bereits nach zwei Wochen die ersten Pflänzchen zu sprießen. Zunächst wachsen die Blätter schneller als der Rübenkörper. So ist die Rübe in der Lage, das einfallende Sonnenlicht einzufangen und für die Fotosynthese zu nutzen. Die Hauptwachstumszeit der Zuckerrübe liegt zwischen Juni und September. Währenddessen benötigt sie ausreichend Wasser, Nährstoffe und Sonnenlicht. So entwickelt sie unter guten Bedingungen ein Gewicht rund 1 Kilogramm. Sie hat dann etwa ein Viertel ihres Gewichts an Zucker gespeichert – der Zuckergehalt liegt dank Fortschritt in der Züchtung aktuell bei ca. 17 bis 19 Prozent.

Optimale Wachstums- und Witterungsbedingungen für die Zuckerrübe

Die Zuckerrübe sorgt für Abwechslung in der Fruchtfolge

Die Zuckerrübe ist für Landwirte ein wichtiger Bestandteil der landwirtschaftlichen Fruchtfolge. Die Fruchtfolge beschreibt die zeitliche Abfolge der angebauten Pflanzen auf einem Feld. Zuckerrüben werden immer im mehrjährigen Wechsel mit anderen Früchten, häufig Wintergetreide, angebaut. Damit ergänzen und bereichern sie die heute üblichen getreidereichen Fruchtfolgen. So verringert der Anbau von Zuckerrüben die für Getreide relevanten Unkräuter oder Schädlinge. So muss dafür weniger chemischer Pflanzenschutz verwendet werden.

Da Zuckerrüben erst im Frühjahr ausgesät werden, kann die Lücke im Bewuchs zwischen der Ernte der Getreidevorfrucht und der Aussaat der Zuckerrüben ideal für den Anbau einer Zwischenfrucht genutzt werden. Zwischenfrüchte verbessern die Bodenstruktur, fördern das Bodenleben, vermindern den Eintrag von Nährstoffen in das Grundwasser, unterdrücken die Entwicklung unerwünschter Wild- und Kulturpflanzen und ermöglichen bei Wahl resistenter Sorten eine biologische Bekämpfung von Nematoden, also im Boden lebende Schädlinge.

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Züchtung verbessert Leistung, Qualität und Krankheitsresistenz

Bei der Entwicklung neuer Sorten standen zunächst nur die kontinuierliche Ertragssteigerung, seit den 70er Jahren aber auch verstärkt die systematische Qualitätszüchtung im Vordergrund. So gelang es, die Gehalte der wichtigsten Inhaltsstoffe, welche die Zuckergewinnung erschweren (Kalium, Natrium und Amino-Stickstoff), deutlich zu verringern.

Auch die Züchtung auf Resistenzen nimmt einen hohen Stellenwert ein. Als Resultat der züchterischen Anstrengungen gibt es tolerante oder resistente Sorten gegen die viröse Wurzelbärtigkeit (Rizomania), seit 1998 gegen Rübenzystennematoden (Heterodera schachtii) und seit 2001 gegen die von einem Pilz verursachte Rübenfäule (Rhizoctonia solani). Sorten mit geringerer Anfälligkeit gegen eine pilzliche Blattfleckenkrankheit (Cercospora beticola) stehen für den Anbau zur Verfügung.

Die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Züchtung und Forschung dient dem Ziel, neue Sorteneigenschaften in Kombination mit anbautechnischen Maßnahmen zur Verwirklichung eines nachhaltigen und umweltgerechten Zuckerrübenanbaus zu nutzen.

Bodenschutz durch Mulchsaaten

Die Zuckerrübe wird, wie andere Sommerfrüchte, mit einer vergleichsweise geringen Pflanzenzahl pro Flächeneinheit angebaut. Sie benötigt im Frühjahr einige Zeit, bevor sie die Bodenoberfläche durch ein geschlossenes Blätterdach schützen kann.

So können heftige Niederschläge oder Wind bis Mitte Juni die wertvolle Krümelstruktur an der Bodenoberfläche zerstören und für Schädigungen an den Pflanzen und eine Beeinträchtigung der Wachstumsbedingungen sorgen. Um dies zu verhindern, sind Anbauverfahren erforderlich, bei denen Reststoffe von Vorfrüchten oder Zwischenfrüchten als Mulchschicht an der Bodenoberfläche verbleiben.

Dort, wo es die natürlichen Bedingungen zulassen, wird bei der Bodenbearbeitung auf den Pflug verzichtet. So nimmt die Tragfähigkeit des Bodens zu, wodurch die Gefahr von Bodenschäden beim Befahren des Ackers bei Aussaat, Pflege und Ernte abnimmt.

Die Bodenruhe und die schützende Mulchschicht auf der Oberfläche fördern auch die Entwicklung der Bodenlebewesen. Beispielsweise steigen Anzahl und Aktivität von Regenwürmern unter diesen Bedingungen deutlich an. Regenwürmer, die ihre Nahrung an der Bodenoberfläche sammeln, legen dabei stabile Gangsysteme an, in denen bei heftigen Niederschlägen das Wasser von der Oberfläche in die Tiefe abgeleitet wird.

Eine schützende Mulchdecke ist in Kombination mit der Aktivität der Bodenlebewesen der effektivste Schutz des Ackerbodens vor Erosion und Verkrustungen und steigert dessen Tragfähigkeit.

Zeitgemäße Düngung – weniger ist oft mehr

Wie alle Pflanzen benötigt auch die Zuckerrübe zum Wachstum eine Vielzahl von Nährstoffen. Diese Nährstoffe bekommt sie einerseits aus dem Boden, andererseits werden sie ihr durch Düngung zur Verfügung gestellt.

Damit der exakte Düngebedarf ermittelt werden kann, werden Bodenanalysen durchgeführt. So wird nur so viel Dünger eingesetzt, wie gebraucht wird, um fehlende Nährstoffe zu liefern. Das ist nachhaltig und gewährleistet den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit.

Im Vergleich zu anderen Kulturarten lässt sich bei Zuckerrüben bereits mit niedriger Stickstoffdüngung das Ertragsoptimum erreichen. Eine knapp bemessene Stickstoffdüngung verbessert auch die Verarbeitungsqualität der Rüben in der Zuckerfabrik. Zuckerrüben können Stickstoffüberschüsse von Vorfrüchten aufnehmen, hinterlassen selbst aber wegen ihrer bis in den Spätherbst hinein andauernden Nährstoffaufnahme kaum Restmengen an Nitrat im Boden, so dass kein Eintrag ins Grundwasser erfolgt. Unterstützt durch ein qualitätsorientiertes Bezahlungssystem sank die mineralische Stickstoffdüngung in Zuckerrüben erheblich. Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend regional noch fortsetzen wird.

Eine bilanzorientierte Nährstoffzufuhr bezieht auch diejenigen Mengen an Nährstoffen ein, die über das Rübenblatt auf der Fläche verbleiben und damit den Folgefrüchten zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sichert in einer Vielzahl der Hälfte aller Betriebe der Einsatz organischer Dünger tierischer Herkunft bereits einen wesentlichen Teil des Bedarfs an Grundnährstoffen.

Zuckerrübenernte

Zuckerrüben werden rund 180 Tage nach der Aussaat geerntet. Die Zeit der Zuckerrübenernte und -Verarbeitung nennt man Kampagne. Sie beginnt Mitte September und kann je nach Witterung und Erntemenge bis Dezember oder Anfang Januar andauern.

Geerntet werden die Zuckerrüben von Rübenrodern. Sie sind extra so gebaut, dass ihre breiten Reifen möglichst wenig Druck auf den Boden ausüben und tiefe Fahrspuren vermeiden. Bei der Ernte entfernen die Rübenroder die Blätter von den Zuckerüben und heben sie dann aus der Erde. Reinigungswalzen und Siebbänder befreien die Rüben von der anhaftenden Erde und transportieren sie in den Vorratsbunker des Roders. Die Blätter der Rüben werden klein gehäckselt und verbleiben als Gründünger auf dem Feld.

Am Feldrand werden die geernteten Rüben mit einer speziellen Maschine, „der Maus“, nochmals gereinigt und auf Transportfahrzeuge verladen. Die Reinigungsmaßnahmen bei der Ernte wurden in den vergangenen Jahren erheblich verbessert. So bleibt der kostbare Ackerboden nahezu vollständig auf dem Feld und das Frachtaufkommen reduziert sich entsprechend. Rüben, die nicht sofort in die Zuckerfabrik transportiert werden, verbleiben in so genannten „Rübenmieten“ bis zu ihrem Abtransport auf dem Feld.

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