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Erste Ernte- und Erzeugungsschätzung 2026: Zuckerwirtschaft wehrt sich gegen zusätzliche Belastungen

Berlin, 7. September 2026 – Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) legt die erste Ernte- und Erzeugungsschätzung für die Zuckerrübenkampagne 2026 vor. Grundlage sind die Proberodungen der Zuckerunternehmen zum 15. August 2026. Diese dienen der Kampagnenplanung für Fabriken und Anbauer im Herbst. Die Ergebnisse werden für Deutschland aggregiert.

Die Ergebnisse der Proberodungen zum 15. August zeigen ein schwieriges Bild: Der erwartete Rübenertrag liegt mit 71,3 Tonnen pro Hektar deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die Rübenanbaufläche wurde auf 300.000 Hektar zurückgenommen. Der Zuckergehalt wird aktuell mit 17,8 Prozent eingeschätzt und liegt damit über dem Wert des letztjährigen Kampagnenschlusses. Entsprechend dürfte auch die Zuckererzeugung geringer ausfallen als im Vorjahr. Die aktuelle Schätzung geht von 3,4 Mio. Tonnen Zuckerproduktion aus und läge um 1 Mio. Tonne deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

Zwar gilt die Zuckerrübe als vergleichsweise gut angepasst an klimatische Herausforderungen, jedoch schwächt Trockenstress die Widerstandskraft der Pflanzen gegen den hohen Schädlingsdruck. Die Schäden durch Trockenheit und den Befall mit SBR und Stolbur werden deshalb nach Einschätzung der Branche nicht mehr aufzuholen sein. Auch wenn Niederschläge noch folgen, würden diese vor allem das Blattwachstum fördern und damit vor allem den Zuckergehalt senken, da die Pflanze den in der Wurzel schon gespeicherten Zucker dann als Energielieferant für den Blattaustrieb nutzt.

Die schwierige ackerbauliche Situation trifft auf ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld. Niedrige Zuckerpreise und hohe Produktionskosten setzen Anbau und Verarbeitung schon längere Zeit unter Druck. Mit Sorge blickt die Zuckerwirtschaft daher auch auf die anhaltende Diskussion über die Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland.

Dr. Stefan Streng, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ), erklärt dazu:
„Bundesminister Rainer hat anlässlich des amtlichen Ernteberichts in der vergangenen Woche eine Krise von nationaler Tragweite in der gesamten Landwirtschaft erkannt und Hilfen angekündigt. Jetzt darf auch die Zuckerwirtschaft nicht zusätzlich belastet werden. Wir appellieren an die Vernunft: Die Zuckersteuer muss vom Tisch. Sie trägt nicht zur Bekämpfung von Übergewicht bei. Vielmehr gefährdet sie ein heimisches Produkt, das nach höchsten Umwelt- und Sozialstandards hergestellt wird. Angesichts von Trockenheit, SBR und Stolbur wäre die Zuckersteuer eine weitere enorme Gefahr für die Zukunft des heimischen Rübenanbaus und der Zuckererzeugung in Deutschland.“

1. Ernte- und Erzeugungsschätzung 2026/2027 vom 15.8.Kampagnenbilanz 2025/2026Fünfjähriger Kampagnendurchschnitt 2021/22 - 2025/26
Anbaufläche in ha300.069348.678363.041
Rübenertrag in t/ha71,382,180,3
Rübenanlieferung in t21.398.99028.620.68929.157.648
Zuckergehalt in %17,817,5917,08
Zuckererzeugung in t Ww3.386.1564.421.7654.339.392