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Schilf-Glasflügelzikade breitet sich immer weiter aus: Integrierter Ansatz gegen den SBR-Komplex ist dringender denn je

Berlin, 30. Juli 2026 – Die Schilf-Glasflügelzikade breitet sich immer weiter in deutschen Zuckerrübenanbaugebieten aus. Aktuelle Monitoringdaten zeigen eine weitere Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade in Regionen Bayerns, Hessens, Sachsen-Anhalts, Niedersachsens und im rheinischen Anbaugebiet. Gleichzeitig begann der Zikadenflug in diesem Jahr deutlich früher als 2025. An vielen Standorten lagen die Fangzahlen über dem Vorjahresniveau, teilweise kam es innerhalb weniger Tage zu starken Populationsanstiegen. Nach derzeitiger Einschätzung hat die Hitzewelle Ende Juni offenbar den Zikadenflug deutlich begünstigt.

„Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass der SBR-Komplex die größte pflanzenbauliche Herausforderung für den deutschen Zuckerrübenanbau bleibt. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre machen deutlich: Nur ein integrierter Ansatz aus Pflanzenschutz, Fruchtfolge, Pflanzenstärkung und Züchtung kann die Ausbreitung wirksam begrenzen“, erklärt Dr. Stefan Streng, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ).

Die WVZ sieht weiterhin erheblichen politischen Handlungsbedarf. Notfallzulassungen müssen auch im Jahr 2027 möglich bleiben, solange keine dauerhaft verfügbaren und wirksamen Alternativen zur Verfügung stehen. Zudem braucht es beschleunigte und vereinfachte Zulassungsverfahren für innovative Pflanzenschutzlösungen, eine stärkere öffentliche Förderung von Forschung und Züchtung sowie dauerhaft praxistaugliche Regelungen zur Schwarzbrache. Nur mit diesen Rahmenbedingungen lässt sich der integrierte Ansatz gegen den SBR-Komplex wirksam umsetzen.