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Handelsabkommen der EU mit Thailand: Zucker darf nicht Teil des Marktzugangs werden

Berlin, 17. Juni 2026 – Am 22. Juni 2026 startet die nächste Verhandlungsrunde für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Thailand. Beide Seiten drängen auf schnelle Fortschritte, mit dem Ziel, die Verhandlungen möglicherweise noch in diesem Jahr abzuschließen.
Thailand ist einer der größten Zuckerexporteure weltweit und strebt Zugang zum EU-Binnenmarkt an. Die deutsche Zuckerwirtschaft warnt vor einer weiteren Marktöffnung: Bereits heute ist der europäische Zuckermarkt ausreichend versorgt, während die Branche unter starkem wirtschaftlichem Druck steht.
„Jede zusätzliche Tonne Zucker, die zollfrei in die EU gelangt, verdrängt nachhaltig erzeugten Rübenzucker aus Deutschland und Europa“, erklärt Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ). „Wir erwarten deshalb, dass Zucker vom Marktzugang ausgenommen wird.“
Hintergrund sind erhebliche Wettbewerbsverzerrungen im Weltmarkt: Massiv staatlich gestützte Zuckerproduktion – flankiert von niedrigen Umwelt- und Sozialstandards – verschafft Exportländern wie Thailand unfaire Wettbewerbsvorteile.
Gemeinsam mit den europäischen Dachverbänden CEFS (European Association of Sugar Manufacturers) und CIBE (International Confederation of European Beet Growers) fordert die WVZ die EU-Kommission daher auf, die heimische Zuckerwirtschaft wirksam zu schützen und bei den laufenden Verhandlungen keine Zugeständnisse beim Marktzugang für Zucker zu machen. Die Kommission selbst hat Zucker in den Gesprächen mit Thailand als „sensibles Produkt“ eingestuft. Daraus muss die klare Konsequenz folgen: Zucker darf kein Bestandteil des Marktzugangs sein und muss vollständig ausgenommen werden