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Kein Schlupfloch für Billigzucker – Entscheidung zur IPP-Aussetzung jetzt wichtig

Berlin, 28. April 2026 – EU-Agrarkommissar Hansen hat bereits im Januar angekündigt, einen Vorschlag zur Aussetzung der aktiven Veredlung (Inward Processing Procedure, IPP) vorzulegen. Am Donnerstag, 30. April 2026, soll im zuständigen Fachausschuss DG AGRI über den vorgelegten Entwurf abgestimmt werden. Ziel ist es, den europäischen Zuckermarkt zu entlasten und ein zentrales Schlupfloch für Billigzuckerimporte zu schließen.
Die Aussetzung der aktiven Veredelung ist aus Sicht der Zuckerwirtschaft ein wichtiger und notwendiger Schritt. Seit Ankündigung der geplanten Aussetzung hat sich die wirtschaftliche Situation weiter zugespitzt. Zusätzliche zollfreie Importkontingente und anhaltender Preisdruck treffen eine Branche, die ohnehin unter enormen Anpassungsdruck steht. Vor diesem Hintergrund hat die Entscheidung der Mitgliedstaaten eine zentrale Bedeutung.
„Die Aussetzung ist seit Monaten angekündigt – und die Lage am Markt hat sich seither weiter verschärft“, erklärt Dr. Stefan Streng, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker. „Die geplante Aussetzung der aktiven Veredelung wäre ein wichtiges Signal, dass die Politik bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und kurzfristig Entlastung zu schaffen.“
Die Maßnahme könne jedoch nur ein erster Schritt sein. „Unsere Betriebe liefern ein heimisches Produkt, hergestellt zu den höchsten Umwelt-, Produktions- und Sozialstandards“, so Streng weiter. Deutschland habe als größter Zuckerproduzent Europas eine besondere Verantwortung. „Um den Druck auf die Zuckerwirtschaft zu verringern und die Versorgung aus eigener Erzeugung zu sichern, ist eine konstruktive Haltung aller Mitgliedstaaten entscheidend – insbesondere aus Berlin“, betont Streng.
Mit Blick auf die Bundespolitik kommen auch Forderungen nach einer Zuckersteuer: Sie schafft zusätzliche Belastungen für Wirtschaft und Verbraucher, ohne nachweisbaren gesundheitlichen Nutzen. Schlanker gemacht hat sie Bürgerinnen und Bürger bislang in keinem Land der Welt.