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Zuckerwirtschaft zieht Bilanz zur Rübenkampagne 2025/26: Der Markt bleibt massiv unter Druck, IPP-Aussetzung hilft, kann aber nur der erste Schritt sein

Berlin, 7. April 2026 – Die deutsche Zuckerwirtschaft zieht Bilanz zu einer herausfordernden Kampagne 2025/26, in der die Anbaufläche um fast 10 Prozent zurückgegangen ist. Dies allein zeigt: Die wirtschaftliche Lage ist so angespannt wie seit Jahrzehnten nicht. Die angekündigte befristete Aussetzung der aktiven Veredlung (IPP) begrüßt die Branche deshalb ausdrücklich. Diese muss nun schnellstens kommen und kann trotzdem nur ein erster Schritt für eine Entspannung des Marktes sein.
Blick auf die Kampagne-Ergebnisse
Die Anbaufläche ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 10 Prozent auf 348.678 Hektar gesunken. Die Rübenanlieferung lag mit rund 82 Tonnen pro Hektar etwa 3 Prozent unter dem Vorjahr. Dank günstiger Witterung stieg der durchschnittliche Zuckergehalt jedoch um knapp 8 Prozent. Insgesamt wurden 4,4 Millionen Tonnen Zucker aus Rüben erzeugt – rund 5 Prozent weniger als im Vorjahr.
Kampagne in Krisenzeiten
Der europäische Zuckermarkt befindet sich in einer Krise. Die Preise am EU- und Weltmarkt sind auf Tiefstwerte eingebrochen, die Kosten steigen. In diesen Zeiten erhöhen Importzugeständnisse an Brasilien oder Australien den Druck und lassen die Zuckerwirtschaft den Preis für neue Handelsdeals zahlen.
Deshalb begrüßt die deutsche Zuckerwirtschaft die Ankündigung der EU-Kommission für eine befristete Aussetzung der aktiven Veredlung (IPP). Laut DG AGRI sind über dieses Schlupfloch allein in den ersten vier Monaten des Wirtschaftsjahres 2025/26 rund 512.000 Tonnen Zucker in die EU importiert worden.
„Die Aussetzung wäre ein wichtiges Signal und muss so schnell wie möglich kommen. Sie kann jedoch nur ein erster Schritt sein. Es gilt jetzt, das Schlupfloch für billigen Zucker, der unter niedrigen Umwelt-, Produktions- und Sozialstandards produziert wird, dauerhaft zu schließen und die Regelung grundlegend zu überarbeiten“, erklärt Dr. Stefan Streng, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker. „Und es gibt mehr zu tun. Denn die IPP-Aussetzung allein wird die Krise am Markt nicht lösen. Unsere Betriebe liefern ein heimisches Produkt, hergestellt zu den höchsten Standards. Aber gegen verzerrte Märkte können sie langfristig nicht bestehen. Die Politik muss endlich für einen fairen Wettbewerb mit gleichen Umwelt- und Sozialstandards sorgen. Aktuelle Schutzmaßnahmen greifen zu kurz oder sind ungeeignet für den Zuckermarkt.“
Kampagne-Schlussbericht
| Kampagne | Anbaufläche | Rübenertrag | Zuckergehalt | Zuckerertrag | Rübenanlieferung | Zuckererzeugung | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | ha | t/ha | % | t Ww / ha | t | t Ww | |
| 2025/26 | 348.678 | 82,1 | 17,59 | 12,7 | 28.620.689 | 4.421.765 | |
| 2024/25 | 386.154 | 84,7 | 16,33 | 12,0 | 32.703.651 | 4.639.435 | |
| 2023724 | 364.519 | 81,8 | 16,35 | 11,6 | 29.818.598 | 4.223.363 |