Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e.V. (WVZ) / Verein der Zuckerindustrie e.V. (VdZ)

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Zucker und Zahngesundheit Drucken E-Mail

Häufig gibt es für ein Problem mehrere Ursachen. Dies ist auch bei Karies der Fall. Zahnmediziner wissen: Erst das Zusammenwirken verschiedener Faktoren führt zu Löchern in den Zähnen und zu Karies. Trotzdem sind viele Deutsche immer noch nicht ausreichend informiert. Sie glauben: Zucker alleine mache Karies, obwohl die Kariesprophylaxe die Erfolgsstory der Medizin ist.

Die Ergebnisse der im November 2006 vom Institut der Deutschen Zahnärzte veröffentlichten Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV) belgen eindeutig: Die Zahngesundheit der Deutschen ist so gut wie nie zuvor.

Im Durchschnitt ist bei den 12-Jährigen weniger als ein Zahn kariös. Deutlich verbessert hat sich das Zahn- und Mundhygieneverhalten der Deutschen im Vergleich zu 1997. Das Maß für die Zahngesundheit ist der DMFT (Decayed, Missing, Filled Teeth)-Index, der die Zahl der akut kariösen, fehlenden bzw. mit einer Füllung sanierten Zähne beschreibt. Das Ziel der WHO und der Bundeszahnärztekammer, den DMFT-Index bei den 12-Jährigen bis zum Jahr 2020 auf einen Wert von unter 1,0 zu senken, wird mit einem Wert von 0,7 bereits heute übertroffen.

Die Kariesentwicklung beruht auf dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Im Ergebnis erfolgt eine Demineralisierung des Zahns aufgrund der Säurebildung der Bakterien im Zahnbelag. Die Bakterien bilden die Säuren beim Abbau fermentierbarer Kohlenhydrate wie Zucker und Stärke – entsprechend sind alle Lebensmittel, die vergärbare Kohlenhydrate enthalten, potenziell kariogen. Es spielt keine entscheidende Rolle, ob es sich bei den vergärbaren Kohlenhydraten um Polysaccharide wie Stärke, um Monosaccharide wie Glukose, Fruktose oder Disaccharide wie Saccharose, Maltose oder Laktose handelt. Auch die Herkunft der Kohlenhydrate ist nicht entscheidend: Eine Unterscheidung von „natürlich vorhandenen“ und „zugesetzten“ Zuckerarten ist wissenschaftlich nicht begründbar. In der Praxis bedeutet dies, dass salzige Snacks, Brot oder auch Frühstückscerealien ebenso wie Süßigkeiten und Obst zur Demineralisierung der Zähne beitragen können.

Je häufiger Säuren den Zahnschmelz angreifen und je länger sie auf den Zahn einwirken, desto größer ist ihr Anteil an der Kariesbildung. Somit hat die Verzehrshäufigkeit einen entscheidenden Einfluss. Eine häufige Nahrungszufuhr fördert einen kontinuierlichen Säureangriff auf die Zähne. Damit verkürzt sich die Zeitspanne für den remineralisierenden Effekt des Speichels und das Kariesrisiko steigt. Dies gilt ebenso, wenn man das Zähneputzen nach den Mahlzeiten unterlässt. Deshalb legten die Experten des EURODIET-Projektes zur Erarbeitung europäischer Ernährungsrichtlinien keine Verzehrsobergrenze für Zuckerarten fest, sondern betonten die Bedeutung der Verzehrshäufigkeit für die Kariesprävention.

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