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Veränderte Rahmenbedingungen für den Zuckermarkt Ursachen der Reform Ziele und Maßnahmen der Reform Ergebnisse der Reform
Veränderte Rahmenbedingungen für den Zuckermarkt
In den vergangenen Jahren sind nahezu alle Marktordnungen einer grundlegenden Reform unterzogen worden. Die Kernziele der europäischen Agrarpolitik sind zwar nach wie vor gültig, allerdings musste und wollte die EU den geänderten agrar-, handels- und wirtschaftspolitischen Zielsetzungen und Verpflichtungen auf europäischer und internationaler Ebene Rechnung tragen. So wurde z. B. im Bereich Ackerbau die ursprünglich an die Höhe der Erzeugung gekoppelte Einkommensstützung durch pauschale Ausgleichsbeträge pro Hektar abgelöst. Gleichzeitig wurde das Binnenpreisniveau bei fast allen Produkten drastisch gesenkt und die Marktinterventionen auf ein Minimum reduziert.
Auch die Zuckermarktordnung musste aufgrund verschiedener externer und interner Faktoren reformiert werden, um die Rahmenbedingungen der europäischen Erzeugung verstärkt am Weltmarkt auszurichten. Die Reform der Zuckermarktordnung wurde von den Agrarministern der Mitgliedstaaten nach einer mehrjährigen Diskussion im November 2005 beschlossen und trat am 1. Juli 2006 in Kraft. Zwar blieben die Eckpfeiler der Marktordnung erhalten, die Anpassungen bedeuten aber dennoch einen fundamentalen Einschnitt in die bis dahin gültigen Regeln und haben erhebliche Konsequenzen für die europäischen Erzeuger.

Ursachen der Reform
Die Reform der Zuckermarktordnung war aus mehreren Gründen unausweichlich. Vor allem die internationalen Handelsverpflichtungen der Europäischen Union hatten die Zuckermarktordnung in den vergangenen Jahren zunehmend unter Reformdruck gesetzt. Darüber hinaus war es nach Ansicht der Europäischen Kommission erforderlich, die Regeln im Zuckersektor an die bereits reformierten anderen Marktordnungen anzunähern.
- Im Rahmen des Alles-außer-Waffen-Abkommens (EBA) hatte sich die EU 2001 verpflichtet, den 50 am wenigsten entwickelten Ländern ab 2009 zollfreien und unbegrenzten Zugang zum EU-Markt zu ermöglichen. Nachdem die Zölle bereits ab 2006 schrittweise gesenkt wurden, hätte dies bei unveränderten EU-Preisen spätestens ab 2008 zu einer erheblichen Verdrängung von EU-Zucker geführt. Um die Attraktivität des EU-Marktes für Importe im Gegenzug zu verringern, wurden die EU-Mindestpreise im Rahmen der Reform in mehreren Schritten reduziert.
- Nach einer Klage durch Australien, Brasilien und Thailand hatte die Welthandelsorganisation (WTO) bereits 2004 die Exportpraxis der EU beanstandet und dieses Urteil im April 2005 bestätigt. Danach waren die Exporte von so genanntem C-Zucker und die subventionierten Reexporte von Zuckereinfuhren aus den AKP-Ländern sowie Indien nicht mit den Regeln der WTO vereinbar. Allein aufgrund dieses Schiedsspruches musste die Gemeinschaft ihre Zuckerproduktion um jährlich 5 Mio. Tonnen bzw. 25 Prozent reduzieren, da der traditionelle Absatz durch den Export nicht mehr möglich war.
- Im Rahmen der WTO-Verhandlungen spielt die weitere Liberalisierung des Welthandels eine wichtige Rolle. Ziel ist es, interne Stützungen abzubauen, den Marktzugang zu verbessern und Exportsubventionen zu reduzieren. Zwar hat die EU mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik im Jahr 2003 bereits erhebliche Vorleistungen erbracht, dennoch wurde und wird die EU zu weiteren Zugeständnissen auch im Zuckersektor gedrängt.
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Ziele und Maßnahmen der Reform
Mit der Reform der Zuckermarktordnung wurden zwei Hauptziele verfolgt: Zum einen die Reduzierung der europäischen Zuckererzeugung in den ersten drei Jahren der neuen Marktordnungsperiode bei gleichzeitiger Stärkung der effizientesten Standorte. Zum anderen die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen als Voraussetzung für den Erhalt eines leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Zuckersektors. Zur Umsetzung der Ziele wurden die bewährten Instrumente der Zuckermarktordnung modifiziert und um ein spezielles Restrukturierungsprogramm ergänzt (zu den einzelnen Elementen der aktuellen Zuckermarktordnung und den mit der Reform verbundenen drastischen Preissenkungen siehe unter „EU-Marktregelung“).
Um den weniger wettbewerbsfähigen Rübenanbauern und Zuckerherstellern die Möglichkeit zu geben, freiwillig aus der Produktion auszuscheiden und die Erzeugung damit vorzugsweise in den weniger begünstigten Regionen der EU einzustellen bzw. zu reduzieren wurde auf eine lineare Quotenkürzung für alle Zucker erzeugenden Länder bewusst verzichtet und stattdessen eine freiwillige Quotenrückgabe ermöglicht. Die Finanzierung des Restrukturierungsfonds erfolgte über eine von der Zuckerindustrie während der ersten drei Jahre der Reform zu zahlende Abgabe. Diejenigen Unternehmen, die ihre Erzeugung ganz oder teilweise einstellten, erhielten eine Entschädigungszahlung aus dem Fonds. Die Unternehmen waren im Gegenzug verpflichtet, ihre Produktionsanlagen ganz oder teilweise abzubauen und Sozialpläne für die betroffenen Arbeitnehmer aufzustellen. Auch die Rübenanbauer erhielten für die mit der Quotenrückgabe verbundenen Verluste eine Entschädigung.

Ergebnisse der Reform
Die von der Kommission als Zielgröße genannte Quotenrückgabe in Höhe von 6 Millionen Tonnen wurde durch freiwillige Rückgaben an den Restrukturierungsfonds in den Wirtschaftsjahren 2006/2007 bis 2009/2010 nahezu vollständig erreicht. Als Ergebnis der Quotenrückgabe verringerte sich die Zahl der Zucker erzeugenden Länder innerhalb der Europäischen Union von 23 auf 18. Die Produktion wurde in Bulgarien, Irland, Lettland, Portugal und Slowenien vollständig eingestellt. In Finnland, der Slowakei, Ungarn, Italien, Spanien und Griechenland betrug die Quotenrückgabe zwischen 45 und 74 Prozent, während sich die übrigen Länder mit Rückgaben zwischen 14 und 24 Prozent am Prozess beteiligten. Mehr als 75 Prozent der Produktion erfolgen nach Abschluss der Restrukturierung in Frankreich, Deutschland, Polen, Großbritannien, den Niederlanden und Belgien.
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Entwicklung des Restrukturierungsfonds - in t -
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| Quote 2006 | Zusatzquote | Quotenrückgabe | ab 2009/10 |
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Z u c k e r
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| Belgien |
819 812
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62 489
|
206 066
|
23 % |
676 235 |
| Bulgarien |
4 752
|
0
|
4 752
|
100 % |
0 |
| Dänemark |
420 746
|
31 720
|
80 083
|
18 % |
372 383 |
| Deutschland |
3 416 896
|
238 560
|
757 200
|
21 % |
2 898 256 |
| Finnland |
146 087
|
0
|
65 088
|
45 % |
80 999 |
| Frankreich |
|
|
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|
| - Mutterland |
3 288 747
|
351 695
|
683 655
|
19 % |
2 956 787 |
| - DOM |
480 245 |
0 |
0 |
0 % |
480 245 |
| Griechenland |
317 502 |
0 |
158 800 |
50 % |
158 702 |
| Großbritannien |
1 138 627 |
82 847 |
165 000 |
14 % |
1 056 474 |
| Irland |
199 260 |
0 |
199 260 |
100 % |
0 |
| Italien |
1 557 443 |
0 |
1 049 064 |
67 % |
508 379 |
| Lettland |
66 505 |
0 |
66 505 |
100 % |
0 |
| Litauen |
103 010 |
8 000 |
20 758 |
19 % |
90 252 |
| Niederlande |
864 560 |
66 875 |
126 547 |
14 % |
804 888 |
| Österreich |
387 326 |
18 486 |
54 785 |
14 % |
351 027 |
| Polen |
1 671 926 |
100 551 |
366 869 |
21 % |
1 405 608 |
| Portugal |
|
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| - Kontinent |
69 718 |
0 |
69 718 |
100 % |
0 |
| - Azoren |
9 953 |
0 |
0 |
0 % |
9 953 |
| Rumänien |
109 164 |
0 |
4 475 |
4 % |
104 689 |
| Schweden |
368 262 |
17 722 |
92 798 |
24 % |
293 186 |
| Slowakei |
207 432 |
8 605 |
103 717 |
48 % |
112 320 |
| Slowenien |
52 973 |
0 |
52 973 |
100 % |
0 |
| Spanien |
996 961 |
0 |
498 481 |
50 % |
498 480 |
| Tschechien |
454 862 |
20 070 |
102 473 |
22 % |
372 459 |
| Ungarn |
401 684 |
5 000 |
301 264 |
74 % |
105 420 |
| Gesamt EU 27 |
17 554 453 |
1 012 620 |
5 230 331 |
28 % |
13 336 742 |
| Gesamt EU 25 |
17 440 537 |
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I s o g l u k o s e |
| Belgien |
71 592 |
42 988 |
0 |
0 % |
114 580 |
| Bulgarien |
56 063 |
33 135 |
0 |
0 % |
89 198 |
| Deutschland |
35 389 |
21 249 |
0 |
0 % |
56 638 |
| Finnland |
11 846 |
7 128 |
19 000 |
100 % |
0 |
| Frankreich |
19 846 |
7 818 |
27 664 |
100 % |
0 |
| Griechenland |
12 893 |
7 743 |
20 636 |
100 % |
0 |
| Großbritannien |
27 237 |
16 355 |
43 592 |
100 % |
0 |
| Italien |
20 302 |
12 191 |
0 |
0 % |
32 493 |
| Niederlande |
9 099 |
5 464 |
14 563 |
100 % |
0 |
| Polen |
26 781 |
16 080 |
0 |
0 % |
42 861 |
| Portugal |
9 917 |
5 954 |
3 371 |
21 % |
12 500 |
| Slowakei |
42 547 |
25 548 |
0 |
0 % |
68 095 |
| Spanien |
82 579 |
48 844 |
77 613 |
59 % |
53 810 |
| Ungarn |
137 627 |
82 639 |
0 |
0 % |
220 266 |
| Gesamt EU 27 |
573 725 |
339 034 |
222 318 |
24 % |
690 441 |
| Geamt EU 25 |
507 681 |
299 999 |
|
|
|
|
|
I n u l i n s i r u p |
| Belgien |
215 247 |
- |
215 247 |
100 % |
0 |
| Frankreich |
24 521 |
- |
24 521 |
100 % |
0 |
| Niederlande |
80 950 |
- |
80 950 |
100 % |
0 |
| Gesamt EU 27 |
320 718 |
- |
320 718 |
100 % |
0 |
| |
| Insgesamt EU 27 |
18 448 896 |
1 351 654 |
5 773 367 |
29 % |
14 027 183 |

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