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Biokraftstoff Ethanol Drucken E-Mail

Produktion von Bioethanol aus ZuckerrübenBioethanol wird aus zucker- und stärkehaltigen Pflanzen gewonnen. Die Auswahl der Pflanzen richtet sich nach der regionalen Verfügbarkeit und Preiswürdigkeit – in Deutschland kommen vorwiegend Getreide und Zuckerrüben zum Einsatz. In Brasilien nutzen die Hersteller Zuckerrohr, in den USA Mais. Darüber hinaus eignen sich auch Kartoffeln.

Ethanol-Kraftstoff wird als Energieträger in Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellen verwendet. Insbesondere der Einsatz als Benzinersatz bzw. -zusatz in Kraftfahrzeugen und neuerdings auch Flugzeugmotoren hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.

Die Bioethanolproduktion betrug praktisch unverändert zum Vorjahr knapp 0,6 Mio. t. Nach den starken Produktionszuwächsen der vergangenen Jahre stagnierte damit 2010 erstmals die Entwicklung der deutschen Produktion. Die Verteilung der Rohstoffe für die Bioethanolproduktion blieb 2010 stabil: Ein Drittel der Produktion entfiel auf Rübenstoffe, zwei Drittel des deutschen Bioethanols wurden aus Getreide gewonnen. Wichtigste Getreidearten für die Bioethanolproduktion sind Weizen und Roggen; aber auch Hafer, Gerste, Mais und Triticale kommen zum Einsatz. Insgesamt wurden 2010 in den deutschen Bioethanolanlagen rund 631.000 t Rübenstoffe und 1,3 Mio. t Getreide verarbeitet. Andere Rohstoffe wie Rückstände aus der Lebensmittelindustrie hatten mit einem Anteil von weniger als einem Prozent eine noch geringere Bedeutung als in den Vorjahren.

  

Bioethanolproduktion in Deutschland
- in t -


2010

 Rohstoff

 Bioethanol

 Anteil in %

Getreide 1 322 687 383 645 65,74
Melasse / Rübe 631 154 195 036 33,42
Andere Rohstoffe 18 336 4 888 0,84
Gesamt  1 972 177 583 561 100 
Quelle: BfB, BDBe

 

Der Verbrauch von Bioethanol in Deutschland ist 2010 erneut kräftig gestiegen und lag mit 1,16 Mio. t um 28 Prozent höher als 2009 (0,9 Mio. t). Damit stieg der volumetrische Anteil von Bioethanol am gesamten Benzinverbrauch von 4,5 Prozent im Jahr 2009 um 1,4 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent. Dieser Verbrauchsanstieg geht wie im Vorjahr auf das Konto der Direktbeimischung: 2010 wurden mit 1,02 Mio. t knapp 50 Prozent mehr Bioethanol direkt zu Benzin beigemischt als 2009; die Verwendung von Bioethanol für das Benzinadditiv ETBE ging hingegen um fast 40 Prozent auf 125.000 t zurück. 88 Prozent des Bioethanolverbrauchs gingen damit in die letztmalig maximal fünfprozentige direkte Beimischung (E5), 11 Prozent entfielen auf die Herstellung von ETBE.  

Seit Beginn des Jahres 2011 wird E10 – Benzin mit einer maximal zehnprozentigen Bioethanolbeimischung – schrittweise in Deutschland eingeführt. Es ist damit zu rechnen, dass der Bioethanolbedarf abhängig von der Entwicklung des gesamten Benzinverbrauchs auf ca. 1,7 bis 1,8 Mio. t steigen wird, wenn E10 flächendeckend als Standardsorte eingeführt ist. Dies dürfte in zwei bis drei Jahren der Fall sein. Um die im Zuge der E10-Einführung prognostizierte Steigerung der Nachfrage aus deutscher Produktion decken zu können, stehen in ausreichendem Umfang zertifiziert nachhaltige Rohstoffe zur Verfügung.


Entwicklung der Produktion und des Verbrauchs von Bioethanol

- in t -
- in % -

Entwicklung Bioethanol