Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e.V. (WVZ) / Verein der Zuckerindustrie e.V. (VdZ)

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Abb_44

Wassereffizienz

Die Zuckerrübe besteht zu ca. 75 Prozent aus Wasser, das während der Fabrikation verdampft und kondensiert. Da der Wassereintrag aus Rüben größer ist als die Verdunstung im Prozess, entsteht ein Wasserüberschuss, das so genannte Überschusskondensat. Dieses Kondensat wird in verschiedenen Verarbeitungsschritten als Prozesswasser eingesetzt, darunter als Frischwasser zum Waschen der angelieferten Rüben. Die Erde-Wasser-Suspension wird in Absetzanlagen geleitet und das nach dem Absetzen der festen Bestandteile klare („dekantierte“) Wasser zum Waschen und Schwemmen der Rüben anschließend erneut eingesetzt. Die abgesetzte Erde, deren Trockensubstanzgehalt 20 bis 25 Prozent beträgt, wird zur weiteren Sedimentation in Teiche gepumpt. Dort entsteht das so genannte Erdtransportwasser, das nach der Sedimentation zur Abwasserbehandlung geführt wird.

Das dekantierte Erdtransportwasser aus den Rübenerdeteichen wird meistens einer anaeroben Behandlung in einer Biogasanlage zugeführt. In diesem Behandlungsschritt werden CSB-Abbauraten von über 90 Prozent erreicht (CSB: Chemischer Sauerstoffbedarf). Das erzeugte Biogas mit einem Methangehalt von ca. 75 Prozent wird als Energieträger eingesetzt. Dies geschieht zumeist bei der Trocknung der Pressschnitzel. Bezogen auf den gesamten Energiebedarf der Zuckerfabrik leistet das Biogas einen Beitrag von 1 bis 2 Prozent.

Das anaerob vorgereinigte Abwasser wird zusammen mit dem Überschuss aus dem Fallwasser- und Kondensationskreislauf einer aeroben biologischen Behandlung, in der Regel Nitrifikation und Denitrifikation, zugeführt. Anschließend erfolgt die Einleitung des vollständig gereinigten Abwassers in den Vorfluter.

Die in den Sedimentationsteichen verbleibende Erde wird zwei bis vier Jahre gelagert, um abzutrocknen. Nach dieser Zeit wird diese Rübenerde neben der Nutzung im Rahmen von Rekultivierungsmaßnahmen vorrangig auf landwirtschaftlich genutzte Flächen zurückgeführt, wodurch eine Bodenverbesserung – die so genannte Melioration – erreicht wird. Auch ein Einsatz als Baustoff für Dämme und Deiche sowie für mineralische Dichtungsschichten kommt in Frage. Eine relativ neue Nutzungsmöglichkeit ist die Verwendung als Substrat für die Herstellung von Rollrasen.