Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e.V. (WVZ) / Verein der Zuckerindustrie e.V. (VdZ)

img-navi-home-blue-newimg-navi-contact-blue-new
Sie sind hier: Start Aktuell Presse / Aktuelle Infos Leserbrief zu "Die Zuckerkrieger" in der Welt am Sonntag
Leserbrief zu "Die Zuckerkrieger" in der Welt am Sonntag Drucken E-Mail
 
Leserbrief von Hauptgeschäftsführer Günter Tissen an die Welt am Sonntag bezugnehmend auf den Artikel „Die Zuckerkrieger“ von Marc Neller vom 03.06.2018

Sehr geehrter Herr Neller, sehr geehrte Redaktion,

da Sie mich persönlich in den Mittelpunkt Ihres Artikels gerückt haben, möchte ich gern die Gelegenheit nutzen, mich auch persönlich dazu zu äußern. Häufig werden in einer öffentlichen Debatte die beteiligten Akteure so sehr in den Vordergrund geschoben, dass dabei das eigentliche Problem in den Hintergrund gerät. Unser eigentliches Problem ist Übergewicht in einer Wohlstandsgesellschaft. Und dauerhaftes Übergewicht gilt als Risikofaktor vieler Krankheiten. Dick werden wir in aller Regel dann, wenn wir mehr Kalorien aufnehmen, als wir verbrauchen.

In meiner Funktion als Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker vertrete ich die Interessen der Hersteller von Haushaltszucker – der Saccharose – sowie der 28.000 Landwirte, die Zuckerrüben anbauen. Dazu gehört es auch, das Produkt Zucker vor unberechtigten und wissenschaftlich nicht ableitbaren Schuldzuweisungen zu schützen. Weder sehe ich mich als Krieger, noch möchte ich zu möglichst viel Konsum verleiten. Und ich schleiche mich auch nicht in Veranstaltungen der AOK. Ich war eingeladen. Das wissen Sie auch. Schade, dass Sie es – warum auch immer – anders schreiben.

In einer aufgeladenen Debatte passiert es schnell, dass Fakten durcheinandergeraten. Dazu zählt wohl auch Ihre Aussage, dass es „inzwischen wissenschaftlicher Konsens“ sei, dass wer zu viel Zucker verzehre, leicht Karies bekomme, seine Organe schädige und zunehme. Das ist keinesfalls der wissenschaftliche Konsens. Der Stand der Forschung ist: Zucker per se macht nicht krank. Übergewicht ist ein zentraler Risikofaktor und die Wurzel vieler Zivilisationskrankheiten. Und übergewichtig wird, wer auf Dauer mehr Kalorien aufnimmt als verbraucht.

Auch Ihre Aussage, „die Hersteller müssen in den Nährwerttabellen nur Haushaltszucker angeben“, entspricht nicht den Tatsachen. In der Nährwerttabelle meint „Zucker“ den Gesamtzuckergehalt. Das erfasst alle im Lebensmittel enthaltenen Zuckerarten (Mono- und Disaccharide). Hier fließt also auch beispielsweise der in Obst und Gemüse enthaltene Zucker genauso ein wie unser Rübenzucker.

Ganz klar, Zucker ist kein Brokkoli – auch wenn der von Natur aus auch Zucker enthält. Zucker jedoch zum Sündenbock zu machen, hilft niemandem, kann aber erheblichen Schaden anrichten. Denn Menschen essen mehr, weil sie glauben, zuckerreduziert meint auch kalorienreduziert. Das stimmt aber eben oft nicht! Die Medien könnten hier einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung leisten. Das hieße jedoch, Übergewicht differenziert zu betrachten.

 
Günter Tissen
Hauptgeschäftsführer
 

 

Kontakt
Olivia Päßler
Abteilungsleiterin Öffentlichkeitsarbeit
Wirtschaftliche Vereinigung Zucker
Friedrichstraße 69
10117 Berlin
Tel.: +49 30 206 18 95 -50
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Ihre Nutzererfahrung zu verbessern, verwenden wir Cookies auf dieser Website. Durch Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass Cookies gesetzt werden.
Unsere Datenschutzberstimmungen finden Sie hier.

x