Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e.V. (WVZ) / Verein der Zuckerindustrie e.V. (VdZ)

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Sieben Fakten zu Zucker und Ernährung Drucken E-Mail

Bonn, 30. August 2017 – Die Ernährungsdebatte läuft in die falsche Richtung. Vielen Argumenten fehlt die wissenschaftliche Basis. „Da geistern regelrechte Zuckermythen durch die öffentliche Debatte. Zucker ist nicht gesundheitsgefährdend, sondern als Lebensmittel Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung“, so Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ). Um die Diskussion zu versachlichen, fasst die WVZ die folgenden, wissenschaftlich belegten Fakten zusammen:   

  1. Entscheidend ist die Kalorienbilanz.Wer mehr Kalorien aufnimmt, als er verbraucht, nimmt zu. Ganz gleich, woher diese Kalorien stammen. Sich bei der Diskussion um Übergewicht auf eine Zutat zu fokussieren, macht keinen Sinn. Denn letztlich entscheidet die Kalorienbilanz über das Gewicht. Zucker ist kein Dickmacher und deswegen auch kein Risikofaktor für Zivilisationskrankheiten. Wir müssen aufhören, über einzelne Zutaten zu reden. Allein der Blick auf die Kalorienbilanz kann effektiv etwas gegen Übergewicht ausrichten.

  2. Die Deutschen nehmen heute nicht mehr, sondern eher weniger Kalorien auf als früher.
    In den Jahren 1985-1989 haben Frauen im Durchschnitt pro Tag 1.838 kcal aufgenommen. In den Jahren 2005-2007 waren es nur noch 1.683 kcal. Ähnlich bei den Männern. Die nahmen in den Jahren 1985-1989 im Durchschnitt 2.422 kcal auf. 2005-2007 waren es nur noch 2.252 kcal.[1 Doch viele Menschen bewegen sich heute weniger in Beruf oder Freizeit. Deshalb geht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) seit einigen Jahren davon aus, dass der Energiebedarf der Deutschen gesunken ist.[2 

  3. Zuckerabsatz und Zuckerverzehr dürfen nicht verwechselt werden.
    Pro Jahr und pro Kopf werden in Deutschland 18 bis 20 Kilogramm Haushaltszucker (Saccharose) verzehrt. Das zeigen Ergebnisse der Nationalen Verzehrstudie II (NVS II). Zuckerabsatz ist nicht gleich Zuckerverzehr. Zucker ist ein vielseitig einsetzbares Produkt aus der Natur. Er wird nicht nur als Lebensmittel verwendet, sondern kommt zu einem erheblichen Anteil auch im Non-Food-Bereich zum Einsatz. Dort wird Zucker als nachwachsender Rohstoff in der Fermentationsindustrie, bei der Erzeugung von Bioethanol sowie der Herstellung chemischer Produkte genutzt.
  4. Die Zahngesundheit der Deutschen ist so gut wie nie zuvor.[3 
     
    In Deutschland hat sich die positive Entwicklung der letzten Jahre weiter fortgesetzt. Acht von zehn 12-jährigen Kindern (81,3 Prozent) sind heute vollkommen kariesfrei. Die Zahl der kariesfreien Gebisse hat sich demnach in den Jahren 1997 bis 2014 praktisch verdoppelt. Damit steht Deutschland an der Weltspitze. Das zeigt: Erreicht wurden diese Erfolge durch Prophylaxemaßnahmen, wie regelmäßiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta und Fissurenversiegelungen. Eine Regulierung des Zuckerkonsums kann nicht der richtige Ansatz sein, Karies vorzubeugen.
  5. Strafsteuern machen niemanden schlank.[4
    Sie helfen im Kampf gegen Übergewicht nicht weiter. So ist es laut einer von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Studie mehr als fraglich, ob eine Strafsteuer auf Zucker ihr Ziel, Kalorien zu sparen, erreicht. Weichen Verbraucher beispielsweise auf preiswertere Varianten eines Lebensmittels aus, werden keine Kalorien gespart.

    Auch die Erfahrungen aus dem Ausland – beispielsweise in Frankreich, Dänemark oder Mexiko – geben keinen Anlass zu der Annahme, dass Steuern ein geeignetes Mittel zur Prävention von Zivilisationskrankheiten sind. Bis heute gibt es keine Antwort auf die Frage, ob die Menschen in diesen Ländern heute tatsächlich weniger Übergewicht haben. Sicher ist nur eins: Eine Strafsteuer auf Zucker – darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin – würde insbesondere sozial schwache Familien treffen. Sie wäre daher, so die NGG[5, diskriminierend.


  6. Zucker ist transparent ausgewiesen.
    Versteckten Zucker gibt es nicht. Zucker gehört wie Stärke zu den Kohlenhydraten und wird in der Nährwerttabelle gesondert aufgeführt („davon Zucker“). Diese Angabe informiert über den „Gesamtzuckergehalt“ eines Lebensmittels, unabhängig davon, ob „Zucker“ bei der Zubereitung und Herstellung eines Lebensmittels zugesetzt wurde oder ob er bereits von Natur aus in anderen Zutaten enthalten ist. Die Zutatenliste gibt darüber Auskunft, ob und wenn ja welche Zuckerarten dem Produkt zugesetzt wurden.

  7. Zuckerreduktion ist Zuckerersatz - Macht weniger Zucker vielleicht sogar dick?
    Wer Zucker in festen Lebensmitteln reduziert, muss ihn durch andere Stoffe ersetzen. Die bringen auch Kalorien mit – manchmal sogar mehr als Zucker. Weniger Zucker heißt also nicht automatisch weniger Kalorien. Viele Verbraucher werden getäuscht, weil sie glauben, dass sie Kalorien sparen und deshalb mehr von einem Lebensmittel essen können. Macht weniger Zucker die Menschen vielleicht sogar dick? 

[1]Vergleich der Ernährungsberichte 1996 und 2012 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

[2] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung (SGE), Schweizerische Vereinigung für Ernährung (SVE) (Hrsg.): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Umschau Buchverlag, 1. Auflage, 5., korrigierter Nachdruck 2013.

[3]Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V), Institut der Deutschen Zahnärzte, https://www.bzaek.de/wir-ueber-uns/daten-und-zahlen/deutsche-mundgesundheitsstudie-dms.html, Stand 29.08.2017

[4] ECORYS: Food taxes and their impact on competiveness in the agri-food sector; Studie im Auftrag der Europäischen Kommission, GD Unternehmen und Industrie, 12. Juli 2014: http://ec.europa.eu/growth/tools-databases/newsroom/cf/itemdetail.cfm?item_id=7668&lang=de, am 29.08.2017.

[5] Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten: „NGG lehnt ‚Zuckersteuer‘ ab“, https://www.ngg.net/artikel/2016/5/ngg-lehnt-zuckersteuer-ab/, Pressemitteilung vom 25.8.2016, Stand 29.08.2017.