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Rübenaufbereitung
Die überwiegend direkt auf den Feldern vorgereinigten Zuckerrüben werden zunächst auf dem Werksgelände zwischengelagert. Über Förderbänder oder Schwemmrinnen erfolgt dann der Transport in die Rübenwaschanlage. Dort wird die restliche anhaftende Erde entfernt, außerdem werden Blattwerk und Steine abgetrennt. Das für das Waschen und den innerbetrieblichen Transport der Rüben eingesetzte Wasser wird zurückgewonnen und im Kreislauf geführt, so dass es erneut zur Rübenreinigung verwendet werden kann. Anschließend erfolgt die Zerkleinerung der gereinigten Rüben zu Schnitzeln in den Schneidmaschinen.
Saftgewinnung
Die Rübenschnitzel werden anschließend meist im Gegenstromverfahren im Extraktionsturm ausgelaugt. Dort wird der Zucker mit warmem Wasser herausgelöst und es entsteht eine ca. 15-prozentige Zuckerlösung – der so genannte Rohsaft. Die entzuckerten Schnitzel werden abgepresst und getrocknet. Sie werden ungepresst oder in Form gepresster Pellets als hochwertiges Viehfutter verkauft.
Saftreinigung
Rohsaft enthält neben Zucker auch weitere Rübeninhaltsstoffe. Diese werden mit Hilfe von zugesetzter Kalkmilch und Kohlensäure gebunden und dann ausgefällt. Der ausgefällte Carbokalk wird abgepresst und als Kalk-Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt. Zurück bleibt eine klare, hellgelbe Flüssigkeit – der Dünnsaft.
Safteindickung/Verdampfstation
In der Verdampfstation wird dem Dünnsaft in mehreren hintereinander geschalteten Verfahrensschritten durch Verdampfen so lange Wasser entzogen, bis ein Saft mit einer Konzentration von ca. 70 Prozent entsteht. Dabei sind alle Verdampfer derart miteinander verbunden, dass der Heizdampf bis zu 6-mal genutzt wird. Der eingedickte Saft – der Dicksaft – ist hochviskos, goldgelb und klar.
Kristallisation
Aus dem Dicksaft wird durch mehrstufige Kristallisation Zucker in fester Form gewonnen. Der Dicksaft wird zunächst in der Kochstation weiter eingedampft, bis sich Zuckerkristalle bilden. Dabei wird die Kristallbildung häufig durch Zugabe von feinem Zucker (Impfkristalle) angeregt. Die Kristallisation erfolgt bei Unterdruck und niedrigen Temperaturen, um Karamellisierungen zu vermeiden. Die entstandene Kristallsuspension kühlt in Zwischenbehältern ab, wobei die Zuckerkristalle weiter wachsen. In Zentrifugen werden die farblosen Zuckerkristalle durch Abschleudern von dem noch anhaftenden Muttersirup getrennt. Der zähflüssige Sirup aus der letzten Kristallisationsstufe, der noch ca. 50 Prozent Zucker enthält, wird Melasse genannt. Abschließend wird der Weißzucker getrocknet, in Silos gelagert und entsprechend der Kundenwünsche gesiebt und abgepackt. |