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Zeitgemäße Düngung – weniger ist oft mehr
Wie alle Pflanzen benötigt die Zuckerrübe zum Wachstum und zur Bildung ihrer Inhaltsstoffe eine Vielzahl von Nährstoffen, die aus dem Bodenvorrat und der Düngung zur Verfügung gestellt werden. Die natürliche Freisetzung von Nährstoffen, vor allem Stickstoff, aus der organischen Substanz des Bodens (Mineralisation) stimmt dabei gut mit dem Verlauf der Nährstoffaufnahme durch die Zuckerrübe überein.
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| Da hohe Amino-N-Gehalte unerwünscht sind, hat die Zuckerwirtschaft ein hohes Interesse an einer Optimierung der Stickstoff-Düngung. Durch konsequente Beratung und ein entsprechend darauf abgestimmtes Bezahlungssystem konnte die N-Mineraldüngung zur Zuckerrübe in den letzten 20 Jahren von rund 200 kg auf rund 100 kg pro Hektar mehr als halbiert werden. |
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Ergebnisse aus dem Nitratbericht in Baden-Württemberg: Im Rahmen der Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung (SchALVO) wurden zahlreiche Standorte auf Restnitrat untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Zuckerrübe neben Getreide zu den Kulturarten gehört, bei denen vor den Wintermonaten die niedrigsten Restnitratgehalte gefunden werden. Sie liegen deutlich unterhalb des aus der Trinkwasserverordnung abgeleiteten Grenzwertes von 45 kg Nitrat in 0–90 cm Boden. |
Voraussetzung für die genaue Ermittlung des Düngerbedarfs sind Bodenanalysen. Der Anteil der Landwirte, die eine solche Analyse für ihre Zuckerrübenfelder in Auftrag geben, ist mit bundesweit 50 Prozent so hoch wie bei keiner anderen Feldfrucht. Der bilanzorientierte Ersatz von Nährstoffen durch Düngung gewährleistet den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und steht im Einklang mit einer nachhaltigen Landnutzung.
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| Die Düngeverordnung schreibt Bodenuntersuchungen auf Grundnährstoffe und eine Düngebilanzierung auf Betriebsebene (Hoftorbilanz) vor. Die Zuckerrübenanbauer waren schon frühzeitig dazu übergegangen, auf der Basis von Bodenuntersuchungen bedarfsgerecht zu düngen. Standortbezogen verteilen sich die Anteile der einzelnen insgesamt erheblich reduzierten Düngeklassen bei Stickstoff über einen vergleichsweise weiten Bereich. |
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| Durch die Berücksichtigung der Nährstoffreserven im Boden konnte auch die Höhe der Phosphor- und Kaliumgaben deutlich gesenkt werden. |
Bei Zuckerrüben lässt sich im Vergleich zu anderen Kulturarten bereits mit niedriger Stickstoffdüngung das Ertragsoptimum erreichen. Zusätzlich verbessert eine knapp bemessene Stickstoffdüngung die Verarbeitungsqualität der Rüben in der Zuckerfabrik. Zuckerrüben können Stickstoffüberschüsse von Vorfrüchten aufnehmen, hinterlassen selbst aber wegen ihrer bis in den Spätherbst hinein andauernden Nährstoffaufnahme kaum Restmengen an Nitrat im Boden, so dass kein Eintrag ins Grundwasser erfolgt. Unterstützt durch ein qualitätsorientiertes Bezahlungssystem sank in den letzten 20 Jahren die mineralische Stickstoffdüngung in Zuckerrüben erheblich. Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend regional noch fortsetzen wird.
Eine bilanzorientierte Nährstoffzufuhr bezieht auch diejenigen Mengen an Nährstoffen ein, die über das Rübenblatt auf der Fläche verbleiben und damit den Folgefrüchten zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sichert in der Hälfte aller Betriebe der Einsatz organischer Dünger tierischer Herkunft bereits einen wesentlichen Teil des Bedarfs an Grundnährstoffen.
Im Bereich der Düngung ist die Zuckerrübe in den zurückliegenden Jahren von einer Intensivfrucht zu einer Extensivfrucht geworden. Zugleich sind die Hektarerträge an Zucker kontinuierlich gestiegen, so dass die Energie- und Produktionsmitteleffizienz deutlich erhöht werden konnte.
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