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Bodenschutz durch Mulchsaaten

Sommerfrüchte, die mit einer vergleichsweise geringen Pflanzenzahl pro Flächeneinheit angebaut werden, wie die Zuckerrübe, benötigen im Frühjahr einige Zeit, bevor sie die Bodenoberfläche durch ein geschlossenes Blätterdach schützen.

Aus diesem Grund können heftige Niederschläge bis Mitte Juni die wertvolle Krümelstruktur an der Bodenoberfläche zerstören. In hängigem Gelände kann es insbesondere bei lehmigen Böden zum Bodenabtrag durch Wasser kommen, während auf sandigen Böden starker Wind zu Verlusten an Ackerkrume führen kann. Darüber hinaus können sowohl Wasser- als auch Winderosion Schädigungen der Pflanzen und eine Beeinträchtigung der Wachstumsbedingungen verursachen.

Um die Erosion durch Wasser oder Wind zu verhindern, sind Anbauverfahren erforderlich, bei denen Reststoffe von Vorfrüchten oder Zwischenfrüchten als Mulchschicht an der Bodenoberfläche verbleiben. In Deutschland werden so genannte Mulchsaaten zu Zuckerrüben bereits auf rund 100 000 ha durchgeführt. Das entspricht nahezu einem Viertel der Rübenanbaufläche und ist Ausdruck der erfolgreichen Beratungsarbeit.

Wirksamer Erosionsschutz kann dadurch gefördert werden, dass die Bodenoberfläche zwischen dem Anbau von Hauptfrüchten möglichst lange begrünt oder mit einer Schicht schwer verrottbarer organischer Substanz abgedeckt wird. Im Rübenanbau wird dazu in betroffenen Gebieten die Mulchsaat zunehmend praktiziert.

Eine geringere Intensität der Bodenbearbeitung senkt außerdem den Aufwand an Arbeitszeit und den Verbrauch fossiler Energieträger. Wird dort, wo es die natürlichen Bedingungen zulassen, bei der Bodenbearbeitung zu Zuckerrüben auf den Pflug verzichtet, nimmt darüber hinaus die Tragfähigkeit des Bodens zu, wodurch die Gefahr von Bodenschäden beim Befahren des Ackers bei Aussaat, Pflege und Ernte abnimmt. Zudem fördern die Bodenruhe und die schützende Mulchschicht auf der Oberfläche die Entwicklung der Bodenlebewesen. Beispielsweise steigen Anzahl und Aktivität von Regenwürmern unter diesen Bedingungen deutlich an.

Regenwürmer, die ihre Nahrung an der Bodenoberfläche sammeln, legen dabei stabile Gangsysteme an, in denen bei heftigen Niederschlägen das Wasser von der Oberfläche in die Tiefe abgeleitet wird.

Eine schützende Mulchdecke ist in Kombination mit der Aktivität der Bodenlebewesen der effektivste Schutz des Ackerbodens vor Erosion und Verkrustungen und steigert dessen Tragfähigkeit.

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