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Züchtung verbessert Leistung, Qualität und Krankheitsresistenz

Bei der Entwicklung neuer Sorten standen früher allein die kontinuierliche Ertragssteigerung und seit den 70er Jahren auch die systematische Qualitätszüchtung im Vordergrund. So gelang es durch züchterische Fortschritte, die Gehalte der wichtigsten Inhaltsstoffe, welche die Zuckergewinnung erschweren (Kalium, Natrium und Amino-Stickstoff), deutlich zu verringern.

In jüngster Zeit hat jedoch die Züchtung auf Resistenzen immer mehr an Bedeutung gewonnen. Als Resultat der züchterischen Anstrengungen gibt es seit zehn Jahren tolerante oder resistente Sorten gegen die viröse Wurzelbärtigkeit (Rizomania), seit 1998 gegen den Rübenzystennematoden (Heterodera schachtii) und seit 2001 gegen die von einem Pilz verursachte Rübenfäule (Rhizoctonia solani). Sorten mit geringerer Anfälligkeit gegen eine pilzliche Blattfleckenkrankheit (Cercospora beticola) wurden in jüngster Zeit zugelassen. Cercosporaresistente Sorten befinden sich in den Zulassungsprüfungen.

Diese Entwicklung dokumentiert die erheblichen Anstrengungen und Erfolge in der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Züchtung und Forschung. Sie dienen dem Ziel, neue Sorteneigenschaften in Kombination mit anbautechnischen Maßnahmen zur Verwirklichung eines nachhaltigen und umweltgerechten Zuckerrübenanbaus einzusetzen.

Der Landwirt muss vor der Aussaat die Entscheidung über die anzubauende Sorte treffen. Dabei stehen ihm Listen zur Verfügung, die auf Ergebnissen der offiziellen Sortenprüfungen basieren und gemeinsam von Vertretern der Rübenanbauer und Zuckerunternehmen beurteilt werden. Dieses für Zuckerrüben spezifische Verfahren gewährleistet die Wahl von Sorten mit höchstem Leistungsniveau sowie eine zügige Umsetzung von Innovationen, wie z.B. der Resistenzzüchtung.

Das Zuckerrübensaatgut wird in Deutschland über die Zuckerfabriken vertrieben. Parallel dazu erfolgt eine Probenahme von Saatgut für die Sortenprüfungen, außerdem existieren Rückstellmuster von allen Saatgutpartien jeder Sorte. Damit ist eine objektive Bewertung und fundierte Sortenberatung für den Landwirt sichergestellt.

Die Saatzuchtunternehmen haben sich zudem in Abstimmung mit den Wirtschaftsverbänden Zucker darauf verständigt, bis einschließlich der Anbausaison 2004 auf dem deutschen Markt nur Saatgut anzubieten, das ausschließlich unter Anwendung traditioneller Züchtungsmethoden und ohne Einsatz von gentechnischen Methoden gezüchtet und produziert worden ist.

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