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Melasse und Schnitzel
Melasse
Bei der letzten Stufe der Zuckerkristallisation aus dem sogenannten "Muttersirup" fällt als Nebenprodukt Melasse an, ein dunkelbrauner, dickflüssiger Sirup. Melasse ist ein gefragter Rohstoff für die Herstellung von Hefe und anderen Produkten.
Die Melasseerzeugung belief sich im Wirtschaftsjahr 2008/09 auf 754.243 t. Sie lag damit um rund 2,3 Prozent über der Vorjahresmenge von 737.587 t. Der Anteil des Melasseanfalls am gesamten Rübenaufkommen nahm gegenüber dem Vorjahr zu und betrug 3,28 Prozent (Vorjahr: 2,93 %). Für den Melasseabsatz standen im Wirtschaftsjahr 2008/09 einschließlich der Einfuhren in Höhe von 163.641 t insgesamt 917.884 t Melasse zur Verfügung. Im Inland wurden 598.665 t Melasse abgesetzt. Abzüglich der Ausfuhren verblieb ein gegenüber dem Vorjahr deutlich verringerter Endbestand von 41.619 t.
Melassebilanz - in t (Oktober/September) -
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2006/07 |
2007/08 |
2008/09 |
| Anfangsbestand |
80 766 |
37 622 |
84 867 |
| Erzeugung |
656 450 |
737 587 |
754 243 |
| Einfuhren |
191 340 |
201 977 |
163 641 |
| Ausfuhren |
110 388 |
60 032 |
362 467 |
| Inlandsabsatz |
780 546 |
832 287 |
598 665 |
| davon: |
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| - für Futterzwecke |
533 287 |
545 000 |
419 731 |
| - Hefefabriken |
65 195 |
108 050 |
110 408 |
| - Brennereien |
9 874 |
7 893 |
7 214 |
| - sonstige Abnehmer |
172 190 |
171 344 |
61 312 |
| Endbestand |
37 622 |
84 867 |
41 619 |
Im Wirtschaftsjahr 2008/09 wurden vom Inlandsabsatz insgesamt 419.731 t Melasse für Futterzwecke verwendet. Dies entspricht einem gegenüber dem Vorjahr ansteigenden Anteil am Inlandsabsatz von 70,1 Prozent (Vorjahr: 65,5%). Hiervon
- wurden 201.739 t bzw. 48,1 Prozent an Mischfutterhersteller abgesetzt,
- verwendete die Zuckerindustrie mit 161.548 t bzw. 38,5 Prozent eine gegenüber dem Vorjahr (212.081 t) reduzierte Menge,
- wurden 56.444 t bzw. 13,4 Prozent direkt an die Landwirtschaft geliefert.
Der übrige Melasseabsatz verteilt sich auf folgende Abnehmer:
- Hefefabriken mit einer Absatzmenge von 110.408 t, hier setzte sich die positive Entwicklung mit einem Zuwachs von 2,2 Prozent weiter fort,
- Brennereien mit einem Absatz von 7.214 t,
- sonstige Abnehmer mit 61.312 t.
Eine Auswertung der monatlichen Außenhandelsdaten des Statistischen Bundesamtes zeigt für das Wirtschaftsjahr 2008/09 Melasseimporte nach Deutschland von 163.461 t. Gegenüber dem Vorjahr (201.977 t) ging die Einfuhrmenge um rund 19,1 Prozent zurück.
Die Einfuhren aus der Europäischen Union betrugen insgesamt 59.718 t (Vorjahr: 78.904 t). Das mit Abstand bedeutendste EU-Lieferland für Deutschland ist weiterhin Dänemark mit 33.388 t (Vorjahr: 20.226 t). Als weiterer bedeutender Importeur traten die Niederlande auf mit 9.670 t, gefolgt von Frankreich mit 8.927 t und Großbritannien mit 4.063 t. Die Importe aus Tschechien gingen dieses Jahr mit 2.848 t wieder zurück.
Der Export zeigt im Wirtschaftsjahr 2008/09 eine positive Entwicklung. Gegenüber dem Vorjahr wurden mit 362.467 t deutlich mehr Melasse aus Deutschland exportiert (Vorjahr: 60.032 t). Abnehmer deutscher Melasse sind mit 361.967 t nahezu ausschließlich Länder der Europäischen Union. Wichtigster Abnehmer ist hierbei die Niederlande, deren Importmenge aus Deutschland sich mit 276.599 t gegenüber dem Vorjahr (27.635 t) nahezu verzehnfacht hat. Mit großem Abstand steht an zweiter Stelle der EU-Bestimmungsländer Belgien/Luxemburg mit 45.008.t. Deutlich erhöht hat sich auch die Melasselieferung nach Großbritannien mit 12 706 t. Die Exportmengen nach Ländern außerhalb der EU und nach Drittländern betragen in diesem Jahr nur 520 t.
Schnitzel
Nach der Entzuckerung der zerkleinerten Rüben bleibt das "Rübenmark" in Form von Schnitzeln übrig. Zum größten Teil werden diese unter Beifügung von Melasse getrocknet und zu Pellets gepresst. Diese "Melasseschnitzel" sind ein energiereiches, lagerfähiges Viehfutter.
Im Wirtschaftsjahr 2008/09 lag die Schnitzelerzeugung mit 1.762.078 t Trockenschnitzelwert (auch die folgenden Werte sind in TSW) über dem Vorjahresniveau (1.693.508 t). Die Trockenschnitzel haben mit einem Anteil von 86,0 Prozent bzw. mit einer Gesamterzeugungsmenge von 1.514.818.t (Vorjahr: 1.419.020 t) nach wie vor die größte Bedeutung. Der weitaus größte Anteil der Trockenschnitzel entfällt hierbei wiederum mit 1.394.017 t auf Melasseschnitzel (Vorjahr: 1.296.954 t). Darüber hinaus wurden mit 120.801 t mehr unmelassierte Trockenschnitzel als im Vorjahr erzeugt (122.066 t). Neben Trockenschnitzeln sind Press-Schnitzel die wichtigste Absatzform. Mit 241.953 t liegt deren Anteil an der gesamten Schnitzelerzeugung bei 13,7 Prozent. Eine weiterhin untergeordnete Rolle kommt den Nass-Schnitzeln mit 5.307 t (Vorjahr: 4.857 t) zu.
Schnitzelerzeugung und -ablieferung - in t "Trockenschnitzelwert" (Oktober/September) -
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2006/07 |
2007/08 |
2008/09 |
| Anfangsbestand |
65 427 |
18 150 |
48 408 |
| Erzeugung |
1 327 173 |
1 693 508 |
1 762 078 |
| davon: |
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| - Nass-Schnitzel |
2 891 |
4 857 |
5 307 |
| - Press-Schnitzel |
208 913 |
269 631 |
241 953 |
| - Trockenschnitzel |
1 115 369 |
1 419 020 |
1 514 818 |
| Ablieferungen |
1 374 450 |
1 663 250 |
1 747 336 |
| davon an: |
|
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| - Rübenanbauer |
358 321 |
452 658 |
499 127 |
| - Nichtrübenanbauer |
1 016 129 |
1 210 592 |
1 248 209 |
| Endbestand |
18 150 |
48 408 |
63 150 |
Der Gesamtabsatz von Schnitzeln betrug im Wirtschaftsjahr 2008/09 1.747.336 t. Die Direktablieferungen an die Rübenanbauer beliefen sich auf 499.127 t bzw. 28,6 Prozent. An andere Abnehmer wurden 1.248.209 t bzw. 71,4 Prozent geliefert.
Die auf Basis der amtlichen Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes durchgeführten Berechnungen der WVZ ergaben für das Zuckerwirtschaftjahr 2008/09 eine Steigerung der Schnitzeleinfuhren auf 35.790 t, die überwiegend aus den Niederlanden kamen. Die Schnitzelausfuhren stiegen erneut gegenüber dem Vorjahr (395.488 t) auf 492.808 t an. Von den Schnitzelexportmengen in Höhe von 492.808 t gingen rund 89,9 Prozent bzw. 443.187 t in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Hauptabnehmer waren unverändert die Niederlande, auf die mit 154.651 t rund 31,4 Prozent entfielen. An zweiter Stelle stand Dänemark, das seine Einfuhrmenge von 44.539 t (Vorjahr: 33.714 t) um rund 32 Prozent erhöhte. Als weiter Abnehmer ist Frankreich mit 25.778 t zu nennen.

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