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Reform der Zuckermarktordnung
Umsetzung der Zuckermarktordnung
Zucker und WTO
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Umsetzung der Zuckermarktordnung

Umsetzung der Zuckermarktordnung
Überarbeitung des Restrukturierungsfonds und der Zuckermarktordnung
Quotenregelung
Gemeinsame Marktordnung für sämtliche Agrarerzeugnisse



Umsetzung  der Zuckermarktordnung

Bei der Umsetzung der neuen Zuckermarktordnung in die Praxis mussten zahlreiche Anpassungen vorgenommen werden. Diese betrafen sowohl die grundsätzliche Überarbeitung des Restrukturierungsfonds als auch die weitere Anpassung der Durchführungsvorschriften an die geänderten Grundverordnungen.

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Überarbeitung  des Restrukturierungsfonds und der Zuckermarktordnung

Ein maßgebliches Instrument der neuen Zuckermarktordnung stellt das befristete Umstrukturierungssystem dar, das mit der Verordnung Nr. 320/2006 des Rates eingeführt worden ist. Ziel des Fonds war es, durch eine freiwillige Rückgabe die Quote um rund 6 Mio. t zu reduzieren. Nachdem die freiwillige Quotenrückgabe bis zum 31. Januar 2007 jedoch lediglich 2,2 Mio. t Zucker-, Isoglukose- und Inulinsirupquote, darunter 1,8 Mio. t Zuckerquote, betragen hatte, schlug die Europäische Kommission dem Ministerrat am 7. Mai 2007 eine Überarbeitung des Restrukturierungsfonds vor.

Befristete Umstrukturierungsregelung

Die Vorschläge wurden vom Ministerrat am 26. September 2007 nahezu unverändert beschlossen. Im Wesentlichen wurden damit ein Direktzugang der Rübenanbauer zum Restrukturierungsfonds, ein fester Anteil der Rübenanbauer in Höhe von 10 Prozent der Umstrukturierungsbeihilfe und in 2008/09 einmalig für die Quotenrückgabe eine Zusatzzahlung für die Rübenanbauer in Höhe von 237,50 Euro/t Zucker eingeführt. Sofern ein Antrag auf Quotenrückgabe bis zum 31. Januar 2008 gestellt wurde, erfolgt die zusätzliche Zahlung auch für eine Quotenrückgabe im Wirtschaftsjahr 2009/10. Für Unternehmen bzw. Rübenanbauer, denen bereits für die Wirtschaftsjahre 2006/07 und 2007/08 Umstrukturierungsbeihilfen gewährt wurden, kamen die verbesserten Restrukturierungskonditionen für 2008/09 noch rückwirkend zur Anwendung.

Ergänzend zu den Vorschriften der Verordnung 320/2006 wurde hinsichtlich der Frist zur Einreichung der Anträge auf Quotenrückgabe beschlossen, den Unternehmen einmalig die Möglichkeit zur Einreichung eines zusätzlichen Antrages bis zum 31. März 2008 zu geben (sog. 2. Welle). Voraussetzung hierfür war, dass die von den Unternehmen bis zum 31. Januar 2008 (d.h. im Rahmen der sog. 1. Welle) einzureichenden Anträge genehmigt wurden und mindestens dem Prozentsatz der Marktrücknahme des Wirtschaftsjahres 2007/08 entsprachen (in Deutschland 13,5 %).

Sofern ein Unternehmen bis zum 31. Januar 2008 soviel Quote zurückgegeben hatte, wie es seiner präventiven Marktrücknahme für 2007/08 entsprach, entfiel für diese Menge die Restrukturierungsabgabe für 2007/08 in Höhe von 173,80 Euro/t.

Entwicklung des Restrukturierungsfonds

Bis zum 31. März 2008 wurden EU-weit 5.773.364 t Zucker-, Isoglukose- und Inulinquote von den Unternehmen an den Restrukturierungsfonds zurückgegeben, davon entfallen 1.469.613 t auf das Wirtschaftsjahr 2006/07, 708.767 t auf das Wirtschaftsjahr 2007/08 und 3.333.795 t auf das Wirtschaftsjahr 2008/09. Im Wirtschaftsjahr 2009/10 wurden noch einmal 261.190 t zurückgegeben. Damit betrug die Differenz zu der von der Kommission ursprünglich angestrebten Quotenreduzierung von insgesamt in Höhe von 6 Mio. t noch 226.636 t. Allerdings hat die Kommission am 26. Januar 2010 mitgeteilt, dass sie keine Notwendigkeit für eine finale Quotenkürzung sieht, da 96,6 Prozent des Sollwertes durch die freiwillige Quotenrückgabe erreicht wurden.

Auch die deutschen Zuckerunternehmen haben sich verpflichtet, ihre Quotenzuckererzeugung ab dem ZWJ 2008/09 zu reduzieren. Die im Rahmen der 1. und 2. Welle erfolgte Quotenrückgabe beträgt 757.200 t Zucker, dies sind 21 Prozent der zugeteilten Quote. Als Konsequenz aus der verringerten Quotenrübenverarbeitung wurden vier Zuckerfabriken geschlossen.


Entwicklung des Restrukturierungsfonds
- in t -

 


Quote 2006


Zusatzquote
 


Quotenrückgabe
 


ab 2009/10
 

   

      

Z u c k e r

       

 

 Belgien

819 812       

62 489       

206 066       

23 %       

676 235       

 Bulgarien

4 752       

0       

4 752       

100 %       

0       

 Dänemark

420 746       

31 720       

80 083       

18 %       

372 383       

 Deutschland

3 416 896       

238 560       

757 200       

21 %       

2 898 256       

 Finnland

146 087       

0       

65 088       

45 %       

80 999       

 Frankreich

       

       

       

       

       

 - Mutterland

3 288 747       

351 695       

683 655       

19 %       

2 956 787       

 - DOM

 480 245       

0       

0       

0 %       

480 245       

 Griechenland    

317 502       

0       

158 800       

50 %       

158 702       

 Großbritannien

1 138 627       

82 847       

165 000       

14 %       

1 056 474       

 Irland

199 260       

0       

199 260       

100 %       

0       

 Italien

1 557 443       

0       

1 049 064       

67 %       

508 379       

 Lettland

66 505       

0       

66 505       

100 %       

0       

 Litauen

103 010       

8 000       

20 758       

19 %       

90 252       

 Niederlande

864 560       

66 875       

126 547       

14 %       

804 888       

 Österreich

387 326       

18 486       

54 785       

14 %       

351 027       

 Polen

1 671 926       

100 551       

366 869       

21 %       

1 405 608       

 Portugal

       

       

       

       

       

 - Kontinent

69 718       

0       

69 718       

100 %       

0       

 - Azoren

9 953       

0       

0       

0 %       

9 953       

 Rumänien

109 164       

0       

4 475       

4 %       

104 689       

 Schweden

368 262       

17 722       

92 798       

24 %       

293 186       

 Slowakei

207 432       

8 605       

103 717       

48 %       

112 320       

 Slowenien

52 973       

0       

52 973       

100 %       

0       

 Spanien

996 961       

0       

498 481       

50 %       

498 480       

 Tschechien

454 862       

20 070       

102 473       

22 %       

372 459       

 Ungarn

401 684       

5 000       

301 264       

74 %       

105 420       

 Gesamt EU-27

 17 554 453      

 1 012 620      

 5 230 331      

28 %       

 13 336 742      

 Gesamt EU-25

 17 440 537      

       

       

       

       

   

      

I s o g l u k o s e

       

 

 Belgien

71 592       

42 988       

0       

0 %       

114 580       

 Bulgarien

56 063       

33 135       

0       

0 %       

89 198       

 Deutschland

35 389       

21 249       

0       

0 %       

56 638       

 Finnland

11 846       

7 128       

19 000       

100 %       

0       

 Frankreich

19 846       

7 818       

27 664       

100 %       

0       

 Griechenland

12 893       

7 743       

20 636       

100 %       

0       

 Großbritannien      

27 237       

16 355       

43 592       

100 %       

0       

 Italien

20 302       

12 191       

0       

0 %       

32 493       

 Niederlande

9 099       

5 464       

14 563       

100 %       

0       

 Polen

26 781       

16 080       

0       

0 %       

42 861       

 Portugal

9 917       

5 954       

3 371       

21 %       

12 500       

 Rumänien

9 981       

5 898       

15 879       

100 %       

0       

 Slowakei

42 547       

25 548       

0       

0 %       

68 095       

 Spanien

82 579       

48 844       

77 613       

59 %       

53 810       

 Ungarn

137 627       

82 639       

0       

0 %       

220 266       

 Gesamt EU-27

573 725       

339 034      

222 318      

24 %       

690 441      

 Gesamt EU-25

507 681       

299 999      

 

       

 

   

      

I n u l i n s i r u p

       

 

 Belgien

215 247       

-       

215 247       

100 %       

0       

 Frankreich

24 521       

-       

24 521       

100 %       

0       

 Niederlande

80 950       

-       

80 950       

100 %       

0       

 Gesamt EU-27

320 718       

-       

320 718       

100 %       

0       

 Insgesamt EU-27

18 448 896       

 1 351 654      

5 773 367       

 29 %       

14 027 183       


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Quotenregelung

Seit dem 1. Juli 2006 sind die Zuckerquoten nicht mehr in A- und B-Quoten unterteilt, vielmehr gibt es seit der Reform der Zuckermarktordnung nur noch eine einheitliche Quote. Am Beginn der neuen Marktordnungsperiode entsprach diese neue Quote der Summe der früheren A- und B-Quoten. Seitdem sind die Quoten sowohl durch die Zuweisung von zusätzlichen Zucker- und Isoglukosequoten als auch durch die Rückgabe von Quoten in den Umstrukturierungsfonds mehrfach angepasst worden. Mit der Verordnung Nr. 510/2008 hat die Kommission diese Anpassung für das Wirtschaftsjahr 2008/09 vorgenommen. Die Quoten für das Zuckerwirtschaftsjahr 2009/10 wurden mit der Verordnung Nr. 183/2009 veröffentlicht.

Im Rahmen der Reform der Zuckermarktordnung hatte der Ministerrat für die Unternehmen die Möglichkeit geschaffen, bis zum 30. September 2007 eine zusätzliche Zuckerquote zum Preis von 730 Euro/t zu erwerben. Die Zusatzquote wurde auf insgesamt 1,1 Mio. t festgesetzt. Die Zusatzquote für Deutschland in Höhe von 238 560 t wurde bereits für das Wirtschaftsjahr 2006/07 vollständig erworben. Bis zum Stichtag 30. September 2007 wurden auch die Zusatzquoten der anderen Mitgliedstaaten nahezu vollständig zugeteilt.


Quoten für Zucker, Isoglukose und Inulinsirup in der EU 2009/10

Mitgliedstaaten
 
Zucker
- t -

 

 Isoglukose
- t -

Inulinsirup
- t -

 Deutschland

 

2 898 255,7      

 

56 638,2      

 

-      

 Frankreich            
 - Mutterland

 

2 956 786,7      

 

-      

 

-      

 - DOM  

 480 244,5      

 

 -      

 

 -      

 Polen  

 1 405 608,1      

 

 42 861,4      

 

 -      

 Großbritannien  

 1 056 474,0      

 

 -      

 

 -      

 Niederlande  

  804 888,0      

 

 -      

 

 -      

 Belgien/Luxemburg  

 676 235,0      

 

 114 580,2      

 

 -      

 Spanien  

 498 480,2      

 

 53 810,2       

 

 -      

 Italien  

 508 379,0      

 

32 492,5      

 

 -      

 Tschech. Republik  

 372 459,3      

 

 -      

 

 -      

 Dänemark  

 372 383,0      

 

 -      

 

 -      

 Österreich  

 351 027,4      

 

 -      

 

 -      

 Schweden  

 293 186,0      

 

 -      

 

 -      

 Griechenland  

 158 702,0      

 

-      

 

 -      

 Slowakei  

 112 319,5      

 

 68 094,5      

 

 -      

 Ungarn  

105 420,0      

 

220 265,8      

 

 -      

 Rumänien  

 104 688,8      

 

 -      

 

 -      

 Litauen  

 90 252,0      

 

 -      

 

 -      

 Finnland  

80 999,0      

 

 -      

 

 -      

 Portugal          
 - Kontinent  

 -      

 

12 500,0      

 

 -      

 - Azoren  

 9 953,0      

 

 -      

 

 -      

 Bulgarien  

 -      

 

 89 198,0      

 

 -      

 EU-27

 

 13 336 741,2      

 

 690 440,8      

 

                    -   

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Gemeinsame Marktordnung für sämtliche Agrarerzeugnisse

Die Verordnung (EG) Nr. 1234/2007 über die Gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse wurde am 22. Oktober 2007 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und trat am 1. Januar 2008 in Kraft. Sie ersetzt die bisherigen 21 verschiedenen Marktordnungen einschließlich der Zuckermarktordnung (Verordnung Nr. 318/2006). Die für Zucker relevanten Teile der Verordnung traten allerdings erst am 1. Oktober 2008 vollständig in Kraft, lediglich der Artikel 59 (Verwaltung der Quote) galt bereits seit dem 1. Januar 2008.

Mit der Schaffung dieser einzigen, für alle Agrarerzeugnisse geltenden Marktordnung, sollte das Agrarrecht verschlankt und transparenter werden. Angesichts des enormen Umfangs der neuen Verordnung (149 Seiten) ist es jedoch außerordentlich fraglich, ob dieses Ziel tatsächlich erreicht wurde.

Um das Auffinden der einzelnen Elemente der bisher gültigen Zuckergrundverordnung zu erleichtern, enthält die Verordnung unter Punkt 40 des Anhangs XXII eine Entsprechungstabelle. Sämtliche Durchführungsbestimmungen als auch andere für den Bereich Zucker relevanten Verordnungen haben nach dem 1. Oktober 2008 ihre Gültigkeit behalten. Darüber hinaus wurden die Bestimmungen der Verordnung Nr. 1260/2007 in die Verordnung über die einheitliche Marktordnung eingefügt. Dabei handelt es sich um Änderungen, die die Regelungen zur Marktrücknahme von Zucker, zur Verwaltung der Quoten sowie zur Neuzuteilung der nationalen Quoten und zur Quotenkürzung betreffen.

 


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